Eine besondere Situation, die auch besonders gut geplant werden sollte. Ich möchte hier nicht auf die finanzielle Unterstützung eingehen, da es da bereits sehr viele kompetente Institute gibt, die in diesem Bereich weiterhelfen können. Auch an der Universität selber findet man speziell für Studierende mit Kind Ansprechpersonen, die einem weiterhelfen können. Aber dies kostet natürlich viel – sehr viel Zeit. Gute Informationen bekommt man am besten, indem man sich fragentechnisch schon vorab gut vorbereitet hat. Wenn man in Gesprächen merkt, dass einem eine Person nicht so weiterhelfen kann, wie man es sich wünscht, rate ich, eine andere Person noch aufzusuchen. Das Engagement in dieser Zeit zahlt sich später sehr aus.

Ein privates Hilfs-Netzwerk aufbauen

Oft wird einem von Familie oder Freunden Hilfe angeboten. Und diese ist zum Beispiel auch schon in der Vorbereitungsphase vor dem Studium anzunehmen. So kann z. B. der Vater sich mit einem Fragenkatalog in die Beratungsstelle der Universität zu den Sprechzeiten einfinden und einiges abklären oder eine Freundin kann einige Kitas in Augenschein nehmen und die besten 3 auswählen. Wie später auch im Beruf ist es sehr gut, so viel wie möglich abzugeben. Es bleibt noch genug Arbeit übrig.

Gleichgesinnte suchen und mit Ihnen sprechen

Wer neu an der Uni ist, sucht am besten über das schwarze Brett oder im Campus Cafe oder vielleicht zur Abholzeit direkt in der Kita Gleichgesinnte. Ein einfacher Einstieg hilft oft, so nach dem Motto: „… ich bin neu hier, erwarte mein Baby in 3 Monaten und würde gerne ein paar Tipps bekommen. Hast Du Zeit oder kennst noch jemanden, der mir behilflich sein kann?…“ Wer das große Glück hat, Eltern und Großeltern in seiner Nähe mit Betreuungsmöglichkeit zu haben, kann das Thema entspannter angehen. Vor allem in Krankheitsphasen des Kindes, wenn es nicht zur Kita gehen kann, ist das natürlich eine sehr große Hilfe.

Kita auf dem Campus oder in der Nähe der Wohnung?

Wie genau man sein Kind betreuen lassen will, sollte man sich überlegen und die Anmeldefristen für einen Platz in der Überlegung mit einfließen lassen. Unabhängig ob in einer Krabbelgruppe, Kindertagesstätte oder im Kindergarten, es gibt viele Möglichkeiten, je nachdem, wonach man sucht. Es ist auch eine Überlegung wert, ob man eine Betreuungseinrichtung direkt auf dem Campus wählt oder doch lieber eine in der Nähe der Wohnung. In der Nähe der Wohnung können Freundschaften aufgebaut werden, die eventuell sogar bis in die Schulzeit weitergehen. Man hätte auch auf diese Weise wieder ein Netzwerk von Müttern gewonnen, mit denen man sich auch an Abenden oder Wochenenden gegenseitig unterstützen kann. Dies ist vor allem für Alleinerziehende ein sehr großer Vorteil. Wenn man sich für die Kita auf dem Campus entscheidet, so hat man die Möglichkeit, gerade in der Eingewöhnungsphase z. B. in den Pausen vorbei zu schauen und Zeit mit seinem Kind zu verbringen. Man hat außerdem nur einen Weg zurückzulegen und muss nicht vor der Vorlesung noch zur Kita fahren. Gerade wenn beide Partner studieren bietet sich das sehr an. Auch kann man sich für Tagespflegeeltern entscheiden, die eventuell auch nur zusätzlich zu einem normalen Kindergartenplatz dazugebucht werden können. Dies wird auch teilweise finanziell unterstützt.

Wenn die Betreuung geregelt ist, kann man sich um das Studium kümmern

Auch hier gibt es einige Modelle. Für viele ist der erste Schritt gegen Ende der Schwangerschaft, ein Urlaubssemester einzulegen. Man kann sein Studium für einige Monate aussetzen. Je nach Universität gelten unterschiedliche Regelungen bezüglich des Urlaubssemesters. In der Regel kann man zwei Urlaubssemester pro Studium einbauen. Diese dauern jeweils ein Semester also sechs Monate. Während des Urlaubssemesters ist man komplett vom Studium und den Vorlesungen befreit. Da die Semester in welchen man beurlaubt ist, nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet werden, hat man die Möglichkeit, das Studium trotz Unterbrechung in der Regelstudienzeit zu absolvieren. Auch gibt es die Möglichkeit, ein Studium in Teilzeit zu absolvieren.

Wo bleibe ich bei dem Ganzen?

In dieser besonderen Zeit neigt man dazu, sich um alles und alle zu kümmern, nur nicht um sich selber. Es gibt gewisse Phasen, da ist es anders nicht möglich, aber es sollte nicht in Vergessenheit geraten. Gesprächskreise, Beratungen, Coachings oder Therapien sind in dieser Zeit sehr wichtig. Meine eigenen Erfahrungen und Beobachtungen sind die, dass die studierenden Mütter sehr systematisch und nicht zu ängstlich waren. Sie haben sich und eventuelle Misserfolge im Studium nicht zu ernst genommen und waren eventuell sogar deshalb entspannter und strahlten dies auch aus. Es gab ja nicht nur das Studium in ihren Leben.

geschrieben von Petra Watolla

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